Wiking Schlauchboot Werft

Die Geschichte der Wiking Schlauchbootwerft begann bereits Anfang der 1950er Jahre mit dem Bau von Schlauchbooten.

Als 1952 die Brüder Otto und Klaus Hanel am Rhein im Wasser waren, meinte Otto zu seinem Bruder, unter ihren Autoreifen könne man einen Boden bauen, dann bräuchte man nicht mehr frieren. Damit war die Idee zum Bootsbau ausgesprochen.

Im Holzverarbeitungsbetrieb ihres Vaters haben sie daraufhin einen Traktorreifen zum Schlauchboot umgebaut. Nach diesen ersten Experimenten bauten die Geschwister 1953 ihr erstes Schlauchboot-Serienmodell, und die Bootsherstellung wurde als neuer Betriebszweig in das väterliche Unternehmen eingegliedert.

Nach großen Absatzerfolgen wurde 1956 eine eigene Firma unter dem Namen Wiking Schlauchbootwerft Hanel KG eingetragen.

Otto Hanel mit Werner Lange 1961 in Griechenland

Aus den anfänglichen Paddelbooten des Typs „Standard“, von denen das erste 1953 auf der Weser schwamm, entstand 1954 das motorisierbare Schlauchboot.

Im ersten Jahr wurden bereits 200 Stück mit Zündapp-Motoren verkauft. Weiterentwicklungen in den folgenden Jahren sowie 31 angemeldete Patente sorgten für Wachstum der Werft.

1985, auf dem Höhepunkt der Entwicklung, verkauften die Geschwister Otto und Klaus Hanel die Wiking-Werft an zwei langjährige Mitarbeiter.

Wasserski hinter einem Komet GTS

Otto und Klaus Hanel wanderten mit einem neuen Ziel nach Kanada aus. Sie wollten Boote für den US-amerikanischen Markt fertigen, doch diese Idee setzte sich dort nicht durch.

Beide Brüder lebten weiter in Kanada und verwirklichten andere Ideen und Leidenschaften. Otto Hanel kam 2000 zurück nach Deutschland, wo er 2004 im Alter von 80 Jahren verstarb. Am 6. Januar 2011 verstarb Klaus Hanel im Alter von 87 Jahren in Ontario/Kanada.[1]

WIKING-Chef Norbert Klode 1991 in Florida

Zwischenzeitlich expandierte die Werft unter der neuen Geschäftsführung weiter, sodass 1988 eine neue Ausstellungshalle gebaut werden musste.

Nach weiteren Jahren des Wachstums ging es wirtschaftlich jedoch abwärts, sodass Ende 2000 zum ersten Mal Insolvenz angemeldet werden musste. Trotz zwischenzeitlich neuem Geschäftsinhaber folgte im November 2005 zunächst das Ende der Werft.

Ehemalige Mitarbeiter versuchten die Geschäftsaktivitäten weiterzuführen, bis im Jahr 2014 eine neue Geschäftsführerin die Werft übernahm.

Am 23. August 2017 wurde die Wiking Schlauchbootwerft GmbH in Hofgeismar aufgrund erneuter Insolvenz aufgelöst und das alte Werksgebäude am 16. Februar 2018 abgerissen.

Werksgelände der Wiking-Schlauchbootwerft

Am 1. März 2018 wurde die WIKING Schlauchboote in Wolfhagen bei Kassel unter neuem Besitzer wieder aktiv, deren offizielle Homepage (Wiking-Schlauchboote) ist aber seit Anfang 2019 offline.

Quelle: Wikipedia